Kartoffeln im Hundefutter: Füllstoff oder unterschätzte Zutat?

Oftmals haben Kartoffeln im Hundefutter keinen besonders guten Ruf. Man liest Begriffe wie «Füllstoff» oder «billige Zutat». Doch wird man der Kartoffel damit wirklich gerecht?

Die kurze Antwort: Nein.

Ob ein Hundefutter hochwertig ist, entscheidet nicht eine einzelne Zutat. Viel wichtiger ist die Frage, welchen Zweck sie in der Rezeptur erfüllt und wie sie mit den übrigen Zutaten zusammenspielt.

Kartoffeln im Hundefutter: Füllstoff oder unterschätzte Zutat?
Der schlechte Ruf der Kartoffel hält sich hartnäckig – dabei zeichnet die Ernährungswissenschaft ein deutlich differenzierteres Bild.

Was macht Kartoffeln überhaupt aus?

Kartoffeln sind in erster Linie eine gut verfügbare Energiequelle. In hochwertigem Trockenfutter wird ihre Stärke während der Herstellung aufgeschlossen und kann dadurch von Hunden gut verdaut und verwertet werden.

Darüber hinaus liefern Kartoffeln unter anderem Mineralstoffe wie Kalium sowie Ballaststoffe und weitere pflanzliche Inhaltsstoffe.

Gerade aufgrund ihrer guten Verdaulichkeit werden Kartoffeln häufig auch in Rezepturen für ernährungssensible Hunde eingesetzt.

Kartoffeln sind kein «Füllstoff»

Der Begriff Füllstoff ist kein wissenschaftlicher Begriff. Er wird häufig im Marketing verwendet, um bestimmte Zutaten pauschal abzuwerten.

Eine Zutat erfüllt jedoch nicht deshalb einen wichtigen Zweck, weil sie besonders teuer oder besonders exotisch ist. Entscheidend ist ihr ernährungsphysiologischer Nutzen innerhalb der gesamten Rezeptur.

Kartoffeln liefern gut verfügbare Energie und ergänzen hochwertige Proteinquellen sinnvoll. Von einem «Füllstoff» kann deshalb keine Rede sein.

Brauchen Hunde überhaupt Kohlenhydrate?

Immer wieder wird behauptet, Hunde sollten möglichst keine Kohlenhydrate erhalten. Tatsächlich ist die Antwort differenzierter.

Die FEDIAF (European Pet Food Industry Federation), die wissenschaftliche Ernährungsempfehlungen für Hunde und Katzen in Europa veröffentlicht, definiert für gesunde Hunde keinen Mindestbedarf an Kohlenhydraten. Stattdessen stehen der Bedarf an Energie sowie an essentiellen Aminosäuren, Fettsäuren, Vitaminen und Mineralstoffen im Mittelpunkt.

Das bedeutet jedoch nicht, dass Kohlenhydrate grundsätzlich ungeeignet wären. Im Gegenteil: Gut verdauliche Kohlenhydratquellen wie Kartoffeln können einen sinnvollen Beitrag zur Energieversorgung leisten. Dadurch kann hochwertiges Protein vor allem für seine eigentlichen Aufgaben genutzt werden – beispielsweise für den Aufbau und Erhalt von Muskeln und Gewebe sowie für zahlreiche Stoffwechselprozesse.

Hunde können Stärke gut verwerten

Hunde stammen zwar vom Wolf ab, haben sich während ihrer Domestikation jedoch auch an eine stärkereichere Ernährung angepasst.

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass viele Haushunde mehr Kopien des Gens AMY2B besitzen als Wölfe. Dieses Gen ist an der Bildung des Enzyms Amylase beteiligt, das Stärke abbaut. Die erhöhte Anzahl der Genkopien gilt als eine wichtige Anpassung an die Ernährung des Haushundes im Laufe der Domestikation. Gleichzeitig unterscheidet sich die Anzahl der Genkopien zwischen einzelnen Hunden und Rassen.

Diese Anpassung trägt dazu bei, dass Hunde gekochte beziehungsweise aufgeschlossene Stärke heute deutlich besser verwerten können als ihre wilden Vorfahren. Das bedeutet nicht, dass Hunde grosse Mengen an Kohlenhydraten benötigen. Es unterstreicht jedoch, dass Stärke von Hunden gut verdaut werden kann und eine sinnvolle Energiequelle in einer ausgewogenen Rezeptur sein kann.

Auch aus ökologischer Sicht sinnvoll

Kartoffeln gehören zu den Kulturpflanzen, die sich in der Schweiz und in weiten Teilen Europas sehr gut anbauen lassen. Sie liefern pro Anbaufläche viel nutzbare Energie und können regional produziert werden. Das reduziert Transportwege und stärkt die lokale Landwirtschaft.

In Kombination mit ressourcenschonenden Proteinquellen wie beispielsweise Insektenprotein, entsteht so eine Rezeptur, die nicht nur den Hund, sondern auch den verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen berücksichtigt.

Worauf es bei einem guten Hundefutter wirklich ankommt

Die Qualität eines Hundefutters lässt sich nicht an einer einzelnen Zutat festmachen.

Entscheidend sind unter anderem:

  • die Qualität und Verdaulichkeit der Proteinquelle,
  • eine ausgewogene Versorgung mit allen essentiellen Aminosäuren,
  • gut verfügbare Energie,
  • hochwertige Fettquellen,
  • sowie eine bedarfsgerechte Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen.

Erst das Zusammenspiel aller Zutaten macht eine Rezeptur hochwertig.

Fazit

Kartoffeln sind weder ein billiger Füllstoff noch ein Qualitätsmangel. Richtig eingesetzt sind sie eine hochwertige, gut verdauliche Energiequelle und können eine ausgewogene Rezeptur sinnvoll ergänzen.

Deshalb betrachten wir bei Fenka keine Zutat isoliert. Hochwertiges Insektenprotein bildet die Basis unserer Rezeptur. Kartoffeln liefern gut verfügbare Energie. Ausgewählte Öle, Ballaststoffe und pflanzliche Zutaten ergänzen das Gesamtbild.

Denn gutes Hundefutter erkennt man daran, dass alle Bestandteile sinnvoll zusammenarbeiten – für eine ausgewogene Ernährung und einen Hund, der bekommt, was er braucht.

Quellen:
- FEDIAF (European Pet Food Industry Federation): Nutritional Guidelines for Complete and Complementary Pet Food for Cats and Dogs (2025).
- Axelsson E. et al. (2013): The genomic signature of dog domestication reveals adaptation to a starch-rich diet.Nature.
- Freedman A.H. et al. (2014): Genome sequencing highlights the dynamic early history of dogs. PLoS Genetics.
- Domingues L. et al. (2019): Effect of potato on kibble characteristics and diet digestibility and palatability to adult dogs and puppies. Italian Journal of Animal Science.

Artikel teilen
Warenkorb (0)
Keine Produkte im Warenkorb